Nächste Folge am 13. März

Jean Sorrente, "Le Vol de l'aube" (Cover)
Jean Sorrente, „Le Vol de l’aube“ (1995)

Anhand von alten Fotografien rekonstruiert Jean Sorrente die Irrwege der Gebrüder Maintes im Zweiten Weltkrieg – sofern er sie nicht als nouveau romancier über die Beschreibung erst erschafft. Am 13. März steigt der Podcast ein in „Le Vol de l’aube“ (1995) um herauszufinden, wie sich die Geschichte und ihre Darstellung hier zueinander verhalten.

Nikolaus Hein, „Der Verräter“

Nikolaus Heins klassische Novelle spürt dem Ursprung des modernen Luxemburg in der Belgischen Revolution von 1830 nach – und findet lauter Menschen, die Holländer, Belgier oder Preußen sein wollen. Nur ihr tragischer Held Matthäus Conter möchte nichts davon sein. Aber der chaotische Verlauf der Geschichte hindert ihn daran, sich nicht nur seiner Heimat, sondern auch einer Nation und einem Staat verbunden zu fühlen. In „Der Verräter“ kommen die Fundamente gehörig ins Wackeln. (Skript)

Dritte Folge am 16. Januar

Nikolaus Hein, "Der Verräter" (1948)
Nikolaus Hein, „Der Verräter“ (1948)

Stilistisch dem Erbe Kleists verpflichtet, bleibt Nikolaus Heins historische Erzählung von 1948 eine kluge Reflexion über Identität, Heimat und Nationalstaatenbildung. „Mir wëlle bleiwen wat mir sinn“? Im neuen Jahr erklärt der Podcast, warum die einfachen Antworten in „Der Verräter“ ausbleiben.

Claudine Muno, „Frigo“

Während die Heldin dieses Romans um ihre Großmutter trauert und an der Gefühlskälte ihres kleinbürgerlichen Umfelds zugrunde geht, haut einem dessen Autorin eine wilde Metapher nach der anderen um die Ohren – und kommt damit der Wahrheit näher, als einem lieb ist. Claudine Munos „Frigo“ ist ein Familienroman, der es in sich hat. (Skript)

Zweite Folge am 14. November

Claudine Muno, "Frigo" (Cover)
Claudine Muno, „Frigo“ (2003)

Das Familienleben, es ist zum Stahlwolle essen in Claudine Munos viertem Roman, der die Gefühlskälte seines kleinstädtischen Milieus mit grotesken Sprachschöpfungen bekämpft. Am 14. November bespricht der Podcast „Frigo“ von 2003 – mit (hoffentlich) ebenjener Schärfe, die die Autorin für die die Lützelmanns aus Lützelburg aufwendet.

Roger Manderscheid, „Die Dromedare“

In der ersten Folge geht es um den „ersten modernen Roman aus Luxemburg“, in dem der triste Büroalltag der Nachkriegsgesellschaft auf die sprachliche Experimentierfreudigkeit der Nachkriegsliteratur trifft. Hinter dem exotisch anmutenden Titel verbirgt sich doch nicht etwa das heimliche Nationalepos des Großherzogtums? (Skript)